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Kriegerdenkmal

Die Geschichte der Kriegerdenkmäler von Hohenseefeld/Niederseefeld

 

Hohenseefeld liegt im Südostteil des Fläming in Brandenburg und ist Bestandteil des Gemeindeverbandes Niederer Fläming mit der PLZ 14913. Der Ort Hohenseefeld bestand früher aus den Dörfern  Hohenseefeld und Niederseefeld. So hatte jeder Ort eine Kirche. Nach dem 1. Welkrieg wurde in jedem Ort ein Kriegerdenkmal errichtet.

 

Die Geschichtsauffassung der DDR-Diktatur sorgte dafür, dass solche Denkmäler zerfielen oder abgerissen wurden. Das Niederseefelder Denkmal wurde gerettet, indem der Standort zum Friedhof verlagert wurde. Das Denkmal in Hohenseefeld wurde 1983 abgerissen.

 

Ich werde den Tag niemals vergessen. Ich kam von der Arbeit und die Dorfansicht hatte sich verändert. Der Gedanke, dieses Denkmal wieder aufzubauen, kam mir spätestens mit der Wende 1989. Mit dem Einstieg in meinem Vorruhestand bzw. Ruhestand begann mein Recherchieren zum Aufbau des Hohenseefelder Denkmal.

 

Ich bin seit der Gründung der St. Hubertus Schützenbruderschaft Schatzmeister. Wir sind ein gemeinnütziger Verein und haben vom Finanzamt einen Freistellungsbescheid. Damit war der Weg frei für eine Sammelaktion zu Gunsten der Kriegerdenkmäler Hohenseefeld. Die Mitglieder des Schützenverein signalisierten Zustimmung und Unterstützung.

 

Das Aufwendigste waren die Recherchen zur Feststellung der Gefallenen und Opfer des zweiten Weltkrieges. Ein fast unlösbares Problem war die Erkundung der Gefallenen aus dem ersten Weltkrieg. Die Kirchenbücher gaben nicht viel Aufschluss. Wie durch ein Wunder bekam ich den Hinweiss, dass die Tafel aus dem ersten Weltkrieg noch an der Stelle liegt, wo der Holzstall des ehemaligen Gemeindebüros war. Unversehrt konnte ich die Tafel bergen. Mit Hilfe dieser Tafel und einer Fotografie aus dem Jahre 1934 konnte ich die Abmessungen des Denkmal ausmachen und fertigte eine Miniaturausgabe aus Holz.

 

Besonders dankbar bin ich Frau Herta Schmidt, die aus dem Gedächnis heraus fast alle Namen der Gefallenen und Opfer des zweiten Weltkrieges benennen konnte. Unzählige Anfragen und Recherchen musste ich tätigen, um die Daten der Gefallenen und Opfer auszumachen. Prallel zu dieser Arbeit habe ich aktiv um die Beschaffung finanzieller Mittel geworben. Ca. 500 Briefe wurden von mir verfasst und der Erfolg kam mit dem Baubeginn des Denkmal in Hohenseefeld am 27. Juni 2008. Zu dem Zeitpunkt wusste ich, dass die Denkmäler in Hohenseefeld und Niederseefeld ca. 11.000 € kosten werden. Meine Sammelergebnisse hatten bis dahin 7.000 € aufzuweisen. Der Zuspruch durch die Bürger und den Firmen in Hohenseefeld und darüber hinaus bei den betroffenen Angehörigen und Unterstützern gab mir einen ungeheueren Antrieb. Auch beim Transport der Bauteile und beim Aufbau hatte ich viele Unterstützer. Mit dieser geballten Kraft war es möglich zum Volkstrauertag am 16. November 2008 in Hohenseefeld das Kriegerdenkmal mit der Original - Gedenktafel vom ersten Weltkrieg zum zweiten Mal einzuweihen.

 

Die erste Einweihung war am 28. August 1921. So berichtet der Dahmer Anzeiger : "Herr Wilhelm Donath übergab das Ehrenmal dem Gemeindevorsteher Herr Jahn, welcher es mit Worten des Dankes von dem Vorredner übernahm und dem Schutze der Gemeinde anempfahl."

 

Viele interessierte Bürger aus Hohenseefeld und auch Unterstützer und Betroffene aus Deutschland waren zur zweiten Einweihung gekommen. Das Denkmal hat eine Höhe von 3,50 m oberhalb des Fundamentes. Die Granitsäule besteht aus 6 Teilen und hat ein Gewicht von sieben Tonnen. Das gesamte Bauwerk, einschließlich Fundament wiegt 30 Tonnen.

 

Herr Pfarrer Scholz und der Gemeindevorsteher würdigten mit Ihren Worten das erschaffene Denkmal.

 

Meine Arbeit und die Arbeit meiner Mitstreiter war damit nicht zu Ende. Das Fundament des Niederseefelder Denkmal musste erneuert werden und mit Granitplatten belegt werden. Ebenfalls waren die Stufen am Hohenseefelder Denkmal mit Granitplatten zu belegen.

 

Für beide Denkmäler wurde ein Vertrag mit der Kunstgießerei Lauchhammer über die Fertigung von Gedenktafeln aus dem zweiten Weltkrieg ausgehandelt. Auch eine Einfriedung am Denkmal Hohenseefeld war meine Vorstellung, die auch umgesetzt wurde.

 

Zum Dorf - und Schützenfest am 15.08.2009 wurden die Gedenktafeln an beiden Denkmälern eingeweiht. Unser Gemeindevorsteher Horst Schüler war dabei auch wieder aktiv.

 

Gemeinsam mit den Spendern, Unterstützern und Helfern können wir stolz auf die geschaffenen bzw.  restaurierten Denkmälern sein.

 

83 Spendeneingänge in Höhe von 11.036,00 € waren die Grundlage für dieses erfolgreiche Vorhaben.

 

Die  Bilder in der Galerie geben weitere Eindrücke über diese Maßnahme.

   

Manfred Zieke